Rohrreinigung Vorschub Technik: Spirale richtig vorschieben
Thomas M.2026-02-186 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Die Rohrreinigung Vorschub Technik basiert auf einem einfachen Prinzip: Vorschub und Drehmoment müssen immer im Gleichschritt laufen. Schiebst du zu wenig bei zu viel Drehung, verdrillt sich der Draht – ein Überwurf entsteht, die Spirale blockiert. Führe die Spirale langsam und kontrolliert ein, bis du Widerstand spürst, kurbel im Uhrzeigersinn und kombiniere Drehung mit leichtem Druck. Montiere den Siphon idealerweise ab, um Verkantungen in den U-Bögen zu vermeiden. Eine Trommel oder ein Gerät mit Auto-Feed reduziert das Überwurf-Risiko deutlich. Der Profi-Rohrreinigung Leitfaden vertieft alle Techniken.

Rohrreinigungsspirale XR11
Angebot ansehenWarum die Vorschub-Technik wichtig ist
Die Rohrreinigungsspirale ist technisch gesehen eine wendelförmige biegsame Stahlwelle – keine mathematische Spirale, sondern eine Antriebswelle, die Drehmoment und axiale Kraft überträgt. Sie kann Druck und Drehung übertragen, aber keine Querkräfte aufnehmen. Das hat Konsequenzen für die Handhabung: Wenn du die Spirale falsch vorschiebst oder das Verhältnis von Druck und Drehung ignorierst, reagiert das Werkzeug unvorhersehbar.
Zwei typische Probleme sind der Überwurf und die Verkantung. Beim Überwerfen verdrillt sich der Draht um die eigene Achse – die Spirale speichert zu viel Torsionsenergie, weil du drehst, ohne gleichzeitig vorzuschieben. Das Kabel blockiert im Rohr und lässt sich nur noch mit Mühe oder gar nicht mehr herausziehen. Bei der Verkantung verhakt sich die Spirale in Rohrbögen, Abzweigen oder besonders häufig im Siphon. Die U-förmigen Kurven des Siphons sind eine Falle: Die Spirale biegt sich in die falsche Richtung, klemmt ein und reagiert nicht mehr auf Zug oder Drehung.
Die Folgen können teuer werden. Eine festsitzende Spirale erfordert oft eine Rohrkamera zur Ortung und manchmal das Öffnen von Wänden oder Decken. Wer die Vorschub-Technik beherrscht, arbeitet effektiver, vermeidet Schäden und spart Zeit und Kosten. Mehr zu typischen Fehlern findest du in den Rohrreinigung Best Practices.
Grundprinzip: Vorschub und Drehmoment im Gleichschritt
Das Kernprinzip der Rohrreinigung Vorschub Technik lautet: Vorschub und Drehmoment müssen immer synchron laufen. Du schiebst und drehst gleichzeitig – nicht erst kräftig drehen und dann nachschieben. Wenn die Drehung die Vorschubbewegung überholt, speichert die Spirale Torsionsenergie. Der Draht verdrillt sich, und beim nächsten Widerstand gibt die gespeicherte Energie nach – der Überwurf entsteht.
Ein weiterer Faktor ist der Spiralendurchmesser. Eine zu dicke Spirale liegt schon vor dem Pfropf fest – sie überträgt kaum Vorschubkraft, weil sie in engen Bögen oder am Rohrdurchmesser anstößt. Für typische DN-50-Haushaltsleitungen eignen sich Spiralen mit 6 bis 9 Millimeter Durchmesser. Die Faustregel: Der Spiralendurchmesser sollte etwa 10 bis 15 Prozent kleiner sein als der Rohrinnendurchmesser. Die Dosierung des Drehmoments vertiefen wir im Artikel Rohrreinigung Drehmoment dosieren.
Vorschub in vier Phasen
Die Rohrreinigung Vorschub Technik lässt sich in vier Phasen unterteilen: Einführen, Widerstand spüren, Bearbeiten und Zurückziehen. Jede Phase hat ihre eigenen Regeln.
Phase 1: Einführen
Führe die Spirale langsam und kontrolliert in den Abfluss ein. Idealerweise hast du den Siphon vorher abmontiert – so vermeidest du Verkantungen in den U-Bögen. Die Spirale folgt dem Rohrverlauf; du schiebst sie Stück für Stück vor, ohne Gewalt. Bei Handspiralen hältst du die Kurbel mit einer Hand und führst mit der anderen das Kabel ein. Die Geschwindigkeit ist zweitrangig; wichtiger ist die Kontrolle.
Phase 2: Widerstand spüren
Der leichte Widerstand signalisiert: Die Blockade ist erreicht. Jetzt nicht mit Gewalt weiterdrücken. Übe nur geringen Vorschubdruck aus – der Druck wird bei den meisten Spiralen manuell ausgeführt, weil so die Rückmeldung über die Art der Verstopfung am besten spürbar ist. Bei zu starkem Druck riskierst du Verkantungen oder einen Überwurf.
Phase 3: Bearbeiten
Jetzt kommt die eigentliche Arbeit: Kurbel im Uhrzeigersinn und kombiniere Drehung mit leichtem Druck. Nicht drücken – kurbeln. Die Drehbewegung lockert den Pfropf, bohrt sich ein oder wickelt Haare um die Spitze. Bei Papier- und Haarverstopfungen zieht die Spirale das Material beim Weiterdrehen zurück heraus. Bei hartnäckigen Fett- oder Kalkablagerungen brauchst du mehr Geduld – kurbel rhythmisch, wechsle zwischen leichtem Druck und Zurückziehen.
Phase 4: Zurückziehen
Beim Zurückziehen die Rotation beibehalten. Dreh weiter im Uhrzeigersinn, während du die Spirale langsam herausziehst. So vermeidest du Verhakungen und nimmst das gelöste Material mit. Haare und Ablagerungen bleiben an der Spitze hängen. Abschließend mit heißem Wasser nachspülen. Die richtige Benutzung einer Rohrreinigungsspirale zeigt die Technik im Detail.
Überwurf vermeiden und beheben
Der Überwurf ist das gefürchtetste Problem beim Vorschub. Er entsteht, wenn du zu viel drehst, ohne gleichzeitig vorzuschieben. Der Stahldraht der Spirale verdrillt sich um die eigene Achse – die gespeicherte Torsionsenergie entlädt sich, und die Spirale blockiert im Rohr.
Zur Vermeidung gilt: Vorschub und Drehmoment immer im Gleichschritt halten. Langsam vorgehen. Bei Widerstand nicht mit Gewalt drehen, sondern vorsichtig rantasten. Ein Rohrreinigungsgerät mit Trommel reduziert das Überwurf-Risiko deutlich, weil die Spirale geführt wird. Wenn der Überwurf bereits eingetreten ist: Sofort stoppen. Nicht weiterdrehen, nicht ziehen. Lass das Kabel entspannen – manchmal löst sich die Verdrillung von selbst. Mehr zur Rohrreinigung Sicherheit findest du in unserem Ratgeber.
Siphon abmontieren – ja oder nein?
Die Empfehlung lautet: Ja, idealerweise den Siphon abmontieren, bevor du die Spirale einsetzt. Die Spirale kann sich in den U-förmigen Rohrbögen des Siphons verkanten. Eine Ausnahme bildet die Toilette – dort ist der Siphon sehr groß, und die Spirale hat genug Spielraum. Bei Waschbecken, Dusche und Küche lohnt sich der Aufwand in der Regel. Wer unsicher ist, findet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung in unserem Artikel Siphon reinigen mit Spirale.
Drehrichtung: Immer Uhrzeigersinn
Die Drehrichtung ist bei der Rohrreinigung Vorschub Technik nicht verhandelbar: Immer im Uhrzeigersinn, also Rechtslauf. Bei Gewinde-Spiralen ist Linkslauf besonders gefährlich – das Gewinde löst sich, Werkzeug oder Verlängerung können sich ablösen und im Rohr stecken bleiben. Beim Herausziehen die Rotation beibehalten – so vermeidest du Kinks und Verhakungen.
Handspirale vs. Trommel – Vorschub-Unterschiede
Bei der Handspirale schiebst und drehst du alles manuell. Das Überwurf-Risiko ist höher, weil du die Synchronisation komplett kontrollierst. Bei einem Rohrreinigungsgerät mit Trommel liegt die Spirale in einem Magazin – die Trommel führt sie und reduziert das Überwurf-Risiko deutlich. Bei Profi-Maschinen mit Auto-Feed übernimmt ein automatischer Vorschub das Einführen: Vorschub und Drehung laufen maschinell synchron. Der Vergleich Rohrreinigungsgerät oder Spirale zeigt, wann sich die Trommel lohnt.
Typische Fehler beim Vorschub
Der häufigste Fehler ist zu hastiges Vorschieben. Wer die Spirale schnell ins Rohr jagt, verliert die Kontrolle über Widerstände. Ein weiterer Fehler: zu heftig drehen bei Widerstand – dann entsteht der Überwurf. Der Siphon nicht abmontiert zu haben, führt oft zu Verkantungen. Gegen den Uhrzeigersinn zu drehen ist bei Gewinde-Spiralen ein Kardinalfehler. Eine zu dicke Spirale für das Rohr bleibt in Bögen hängen. Die Durchmesser-Wahl ist deshalb entscheidend.

Autor
Thomas M.
Gelernter Installateur mit Schwerpunkt Rohrreinigung. Im Meisterfaktur-Blog teile ich, was ich in der Praxis gelernt habe: wie du Verstopfungen selbst löst, welche Kosten fair sind und woran du unseriöse Anbieter erkennst. Der Fachshop für Spiralen und Rohrpumpen – ehrlicher Rat statt Werbeguide.

