Kellerabfluss verstopft – was tun? Ursachen und Lösungen
Thomas M.2026-02-156 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Ein verstopfter Kellerabfluss entsteht typischerweise durch Textilfasern aus der Waschmaschine, Verschleimung bei selten genutzten Abflüssen, Sand und Fett aus Werkstatt oder Lagerraum sowie Kondensatwasser von der Heizung. Die richtige Reihenfolge lautet: Erst Gitterrost und Schlammeimer reinigen, dann mit heißem Wasser durchspülen, Hausmittel wie Natron und Essig probieren. Bei tiefer sitzender Verstopfung kommt die Rohrreinigungsspirale zum Einsatz. Wichtig: Rückstau aus der Kanalisation – oft bei Starkregen – ist keine Verstopfung; hier muss die Rückstauklappe geprüft werden. Die Rückstauklappe sollte mindestens einmal jährlich gewartet werden, sonst kann der Versicherungsschutz gefährdet sein. Der umfassende Überblick steht im Leitfaden Rohrreinigung.

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Angebot ansehenWarum verstopft der Kellerabfluss?
Kellerabflüsse funktionieren anders als Abflüsse in Küche und Bad. Während innen vor allem Fett, Haare und Seifenreste die Ursache sind, dominieren im Keller andere Faktoren. Abflüsse, die wenig benutzt werden, neigen dazu, zu verschleimen und schlecht zu riechen. Ohne regelmäßigen Wasserfluss sammeln sich Bakterien und Ablagerungen an den Rohrwänden. Der Biofilm wird dicker, der Querschnitt enger – irgendwann läuft das Wasser nur noch tröpfelnd oder gar nicht mehr ab.
Die Waschmaschine steht in vielen Haushalten im Keller. Bei jedem Waschgang gelangen Textilfasern und Flusen in den Abfluss. Diese setzen sich im Rohr fest, verhaken sich an Unebenheiten und bilden mit der Zeit eine dichte Schicht. Kellerräume dienen oft als Werkstatt oder Lagerraum – Sand, Schmiermittel, Staub und Schmutzpartikel gelangen in den Bodenablauf und können zusammenkleben. Brennwertheizungen produzieren Kondensatwasser, das oft über einen Abfluss im Keller entsorgt wird. Das Kondensat ist sauer und kann langfristig Korrosion verursachen. Bei starkem Regen kann die Kanalisation überlastet sein – das Wasser sucht sich seinen Weg zurück in die Hausabwasserleitungen. Das ist keine Verstopfung im eigentlichen Sinne, sondern Rückstau.
Rückstau oder Verstopfung?
Die Unterscheidung ist entscheidend, weil die richtigen Maßnahmen völlig unterschiedlich sind. Bei Rückstau hilft keine Rohrreinigung – hier muss die Rückstauklappe oder die Hebeanlage geprüft werden. Bei Verstopfung bringt die Spirale oder das Hausmittel die Lösung. Bei Rückstau kommt das Wasser von außen: Die Kanalisation ist überlastet – typischerweise bei Starkregen – und drückt Abwasser zurück in die Hausleitung. Das Wasser steigt aus dem Abfluss, obwohl du gerade nichts eingeleitet hast. Bei einer Verstopfung blockiert etwas im eigenen Rohr den Abfluss. Das Wasser, das du einleitest, läuft nicht ab und staut sich. Wenn du unsicher bist: Wasser im Keller nach Regen spricht eher für Rückstau; Wasser, das sich beim normalen Gebrauch staut, spricht für Verstopfung.
Sofortmaßnahmen: Schritt für Schritt
Bei einem verstopften Kellerabfluss ist die Reihenfolge entscheidend. Viele Kellerabläufe haben einen Gitterrost oder Deckel, den du mit Schraubenzieher oder Zange abheben kannst. Darunter befindet sich oft ein Schlammeimer – eine Fangschale, die groben Schmutz auffängt. Leere den Schlammeimer gründlich, entferne sichtbaren Schmutz und setze ihn wieder ein. In der Praxis ist der Schlammeimer oft der Hauptübeltäter. Spüle den Abfluss anschließend mit zwei bis drei Litern heißem Wasser nach. Bei PVC-Rohren nicht kochend – sehr heißes Wasser von 60 bis 80 Grad reicht.
Wenn heißes Wasser allein nicht reicht, kommen Hausmittel zum Zug: Vier Esslöffel Backpulver in den Abfluss, eine halbe Tasse Essig nachgießen, mindestens 30 Minuten einwirken lassen und mit heißem Wasser nachspülen. Bleibt der Abfluss weiterhin verstopft, kommt die Rohrreinigungsspirale oder eine Saugglocke zum Einsatz. Die Rohrreinigung mit Spirale erklärt die Technik im Detail. Ein häufiger Fehler: Den Schlammeimer zu übersehen. Viele Verstopfungen sitzen nicht im Rohr, sondern im Fangbehälter unter dem Gitter.
Hausmittel – umweltfreundlich und schonend
Hausmittel sind bei leichten bis mittleren Verstopfungen oft ausreichend. Sie sind umweltfreundlich, schonen die Rohre und belasten die Kanalisation nicht mit aggressiven Chemikalien. Die klassische Kombination Natron und Essig erzeugt eine chemische Reaktion: Kohlendioxid entsteht, das sprudelt und Ablagerungen lockert. Alternativ Natron und Salz zu gleichen Teilen mischen, in den Abfluss geben, eine Tasse heißes Wasser nachschütten und mindestens eine Stunde wirken lassen. Heißes Wasser mit Spülmittel löst Fett und Seifenreste. Mehr zu Hausmitteln gegen verstopfte Rohre. Aggressive chemische Rohrreiniger sind zu vermeiden – sie schaden den Rohren.
Rohrreinigungsspirale für den Kellerabfluss
Wenn Hausmittel und die Reinigung von Gitterrost und Schlammeimer nicht helfen, sitzt die Verstopfung tiefer im Rohr. Dann kommt die Rohrreinigungsspirale ins Spiel. Sie arbeitet mechanisch: Der Spiralkopf löst Ablagerungen, wickelt Textilfasern und Schmutz ein und schafft wieder freien Durchfluss. Keller-Bodenabläufe haben oft eine Nennweite von DN 50. Eine Spirale mit 9 Millimeter Durchmesser eignet sich für solche Rohre. Die Länge sollte zwei bis fünf Meter betragen. Die Rohrreinigungsspirale Kaufberatung hilft bei der Auswahl.
Heb den Gitterrost ab und reinige den Schlammeimer, bevor du die Spirale einsetzt. Führe die Spitze langsam in den Abfluss ein, bis du auf Widerstand triffst. Drehe die Kurbel im Uhrzeigersinn – gegen den Uhrzeigersinn lockert sich die Spirale und kann verkanten. Übe nur leichten Druck aus; die Spirale arbeitet durch Rotation. Ziehe sie weiter drehend heraus – Schmutz und Fasern wickeln sich ein und kommen mit. Spüle mit heißem Wasser nach. Bei älteren Rohren oder Kunststoff vorsichtig vorgehen. Mehr dazu in der Rohrreinigung im Altbau.
Rückstauklappe prüfen und warten
Die Rückstauklappe verhindert, dass Abwasser aus der Kanalisation in die Hausleitung zurückfließt. Sie muss funktionieren – und dafür muss sie gewartet werden. Mindestens einmal pro Jahr solltest du die Klappe reinigen und prüfen. Einige Quellen empfehlen sogar alle sechs Monate. Die Wartung umfasst eine Reinigung der Klappe, eine Sichtprüfung auf Verschmutzung oder Beschädigung und eine Funktionsprüfung. Dokumentiere die Wartung – bei Schäden durch Rückstau können Versicherungen die Leistung verweigern, wenn keine normgerechte Rückstausicherung vorhanden ist oder die Wartung nicht nachgewiesen werden kann. Die Rückstauklappe reinigen erklärt die Schritte im Detail.
Wann den Klempner rufen?
Wenn die Verstopfung trotz Reinigung und Hausmitteln bleibt, immer wiederkehrt oder du Rohrschaden oder Wurzeleinwuchs vermutest, ist der Profi die richtige Wahl. Auch wenn Wasser im Keller steht – besonders nach Starkregen – und du Rückstau vermutest, reichen DIY-Methoden nicht aus. Profis arbeiten mit Kamera und Hochdruckspülung. Sie lokalisieren die Blockade genau und beseitigen sie ohne weitere Rohrschäden. Mehr dazu im Ratgeber Wann Klempner rufen und Rohrreinigung DIY oder Profi.
Vorbeugung: Verstopfung vermeiden
Vorbeugen ist besser als Reinigen. Leere den Schlammeimer regelmäßig – besonders in Waschküchen, wo Textilfasern anfallen. Einmal pro Monat oder nach intensiver Nutzung der Waschmaschine ist ein guter Rhythmus. Selten genutzte Abflüsse solltest du ein- bis zweimal monatlich mit heißem Wasser durchspülen – das verhindert Verschleimung und hält den Geruchsverschluss aktiv. Die Rückstauklappe muss mindestens einmal jährlich gewartet werden. Bei der Waschmaschine hilft ein Flusensieb am Ablaufschlauch. Vermeide, groben Schmutz, Sand oder Fett in den Abfluss zu spülen. In Werkstätten und Lagerräumen schützt ein Sieb oder Gitter über dem Ablauf vor dem Eintrag von Schmutz.

Autor
Thomas M.
Gelernter Installateur mit Schwerpunkt Rohrreinigung. Im Meisterfaktur-Blog teile ich, was ich in der Praxis gelernt habe: wie du Verstopfungen selbst löst, welche Kosten fair sind und woran du unseriöse Anbieter erkennst. Der Fachshop für Spiralen und Rohrpumpen – ehrlicher Rat statt Werbeguide.
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