Gastronomie Rohrreinigung – Fettabscheider und Küche: Pflicht, Wartung, Vorbeugung
Thomas M.2026-02-186 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Ein Fettabscheider ist in der Gastronomie gesetzlich Pflicht, sobald fetthaltiges Abwasser anfällt. Er trennt Fette und Öle vom Abwasser, bevor es in die Kanalisation fließt – und schützt damit Rohre, Kläranlagen und dich vor Verstopfungen und Korrosionsschäden. Die regelmäßige Wartung (mindestens alle 14 Tage bis monatlich durch einen Fachbetrieb, täglich den Feststoffkorb leeren) ist entscheidend. Bei Verstopfung helfen zunächst Hausmittel wie Backpulver und Essig oder die Saugglocke; bei hartnäckigen Fällen eine Rohrreinigungsspirale oder ein Profi. Wer vorbeugt – Fett nicht in den Abfluss, Siebe, regelmäßige Spülung – spart sich teure Rohrreinigung und Betriebsausfälle.

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Angebot ansehenWarum Fettabscheider in der Gastronomie Pflicht sind
Die rechtliche Grundlage ergibt sich aus dem Wasserhaushaltsgesetz (§57 und §58), dem Landeswassergesetz, den kommunalen Abwassersatzungen sowie der Indirekteinleiter-Verordnung. Sobald bei betrieblichen Abläufen Fette und Öle ins Abwasser gelangen können, ist der Einbau eines Fettabscheiders vorgeschrieben. Das betrifft Restaurants, Imbisse, Kantinen, Großküchen in Hotels, Altenheime, Kindergärten, Schulmensen und viele weitere Betriebe. Lediglich in Ausnahmefällen kann auf einen Fettabscheider verzichtet werden – die entsprechende Genehmigung erteilt die zuständige Wasserbehörde.
Wie ein Fettabscheider funktioniert
Ein Fettabscheider nutzt die Schwerkraft. Das Abwasser fließt über einen speziellen Zulauf in den Behälter. Stoffe mit höherer Dichte als Wasser sinken nach unten – Essensreste sammeln sich im Schlammfang. Öle und Fette haben eine geringere Dichte und steigen nach oben; sie bilden eine Fettschicht. Das gereinigte Abwasser kann anschließend in die öffentliche Kanalisation abfließen. Viele moderne Anlagen arbeiten mit einem 2-mm-Maschenkorb, der Feststoffe auffängt, bevor sie in den Abscheiderraum gelangen.
Fettabscheider richtig warten – Pflichten im Überblick
Der Betreiber ist für den sachgemäßen Betrieb seines Fettabscheiders verantwortlich. Täglich solltest du den Feststoffkorb mit 2-mm-Maschenweite leeren – das entfernt feste Abfälle und verhindert Verstopfungen im Zulauf. 14-tägig bis monatlich muss der Fettabscheider vollständig entleert und gereinigt werden, und zwar durch einen Fachbetrieb. Die DIN 4040-100 schreibt mindestens eine monatliche Reinigung vor; viele Kommunen empfehlen ein Intervall von 14 Tagen. Jährlich ist eine Wartung durch einen Sachkundigen vorgeschrieben, alle fünf Jahre folgt eine Generalinspektion. Dokumentation ist Pflicht: Ein Betriebstagebuch mit allen Daten zu Reinigung, Wartung und Inspektion. Ohne diese Dokumentation kann die Behörde Auflagen erteilen oder den Betrieb stilllegen.
Rohrverstopfung vorbeugen und beheben
Rohrverstopfungen entstehen durch Ablagerungen von Fett, Stärke, Eiweißen und Zellulose. Besonders Fett ist problematisch: Es haftet an anderen Rückständen und verbackt mit Spülmittelresten zu einer zähen Masse. Auch mit Fettabscheider können Leitungen zwischen Spüle und Abscheider verstopfen – hier sammelt sich Fett, bevor es den Abscheider erreicht. Die 10 häufigsten Ursachen für verstopfte Abflüsse gelten auch in der Gastronomie.
Vorbeugung: So bleibt der Küchenabfluss frei
Fett und Öl gehören niemals in den Abfluss – sie sollten in Behältern gesammelt und im Restmüll entsorgt werden. Geschirr vor dem Spülen mit Küchenpapier abwischen reduziert die Fettbelastung deutlich. Ein feinmaschiges Abflusssieb fängt Speisereste ab. Regelmäßig alle zwei bis drei Wochen kannst du den Abfluss mit der Backpulver-Essig-Methode vorbeugend reinigen: 50 Gramm Backpulver, 150 Milliliter Essig, 30 Minuten einwirken lassen, mit heißem Wasser nachspülen. Mehr zu Hausmitteln gegen verstopfte Rohre.
Verstopfung trotzdem da – was tun?
Bei leichten Verstopfungen hilft die Saugglocke: Überlauföffnung mit nassem Tuch verschließen, zehn bis fünfzehn kräftige Hübe ausführen. Die Backpulver-Essig-Methode funktioniert auch bei leichten Blockaden. Bei hartnäckigeren Fällen hilft eine Rohrreinigungsspirale. Für Küchenleitungen eignen sich Spiralen mit 6 bis 9 Millimeter Durchmesser. Die Spirale langsam einführen, im Uhrzeigersinn drehen, leichten Druck ausüben. Chemische Rohrreiniger solltest du vermeiden – sie schaden Rohren und Fettabscheider. Die richtige Spirale für Küche und Bad wählst du nach Rohrdurchmesser und Verstopfungstiefe.
Rohrreinigungs-Notdienst und Kosten
Ein Anbieter mit Standort in deiner Stadt spart Anfahrtskosten – im Impressum findest du den Standort. Seriöse Betriebe nennen einen transparenten Kostenvoranschlag am Telefon. Bei hartnäckigen Verstopfungen nicht zu lange mit Eigenversuchen experimentieren: Eine verstopfte Küche kann überschwemmt werden. Mehr zu Rohrreinigung Kosten und seriösen Anbietern.
Wann zum Profi – Grenzen der Selbsthilfe
Bleibt das Wasser trotz Saugglocke und Spirale stehen, oder kommen mehrere Abflüsse gleichzeitig zum Rückstau, steckt der Pfropf tiefer. Dann reichen DIY-Methoden nicht mehr aus. Ein Fachbetrieb arbeitet mit Kamera und Hochdruckfräse – und spart dir Zeit, größere Schäden und längere Betriebsunterbrechung. Defekte Fettabscheider können extreme Geruchsbelästigung, Brandgefahr und Korrosion verursachen. Ein bekanntes Beispiel: Ein defekter Fettabscheider auf dem Münchner Hauptbahnhof sperrte ein Gleis für zwei Tage. Der Leitfaden Gewerbe Rohrreinigung bündelt alle Themen für Gastronomen.

Autor
Thomas M.
Gelernter Installateur mit Schwerpunkt Rohrreinigung. Im Meisterfaktur-Blog teile ich, was ich in der Praxis gelernt habe: wie du Verstopfungen selbst löst, welche Kosten fair sind und woran du unseriöse Anbieter erkennst. Der Fachshop für Spiralen und Rohrpumpen – ehrlicher Rat statt Werbeguide.

