Was kostet eine Rohrreinigung – echte Richtwerte für 2025
Thomas M.2026-02-1710 Min. Lesezeit
Ein verstopfter Abfluss duldet keinen Aufschub – doch Anzeigen wie Rohrreinigung ab 29 Euro sind selten seriös. Um Preise einschätzen zu können, lohnt ein Blick auf typische Kostenspannen in Deutschland und die Faktoren, aus denen sich der Endbetrag zusammensetzt. Dieser Artikel liefert echte Richtwerte für 2025, erklärt die wichtigsten Kostentreiber und zeigt, wie du Dumpingpreis-Fallen erkennst und seriöse Fachbetriebe findest.

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Für eine gängige Haushaltsverstopfung in Küche, Bad oder WC verlangen seriöse Fachbetriebe einen Basiseinsatz von 110 bis 160 Euro (Anfahrt plus 30 Minuten Arbeit). Mehraufwand je weitere 15 Minuten liegt bei 25 bis 35 Euro, Maschineneinsatz wie Hochdruck oder Kamera bei 40 bis 80 Euro. Nacht-, Wochenend- und Feiertagszuschläge addieren typischerweise 25 bis 50 Prozent. Die Faustregel: Die meisten Privathaushalte zahlen zwischen 150 und 300 Euro, sofern keine gravierenden Rohrschäden entdeckt werden. Wer sich von Lockangeboten wie ab 29 Euro locken lässt, zahlt häufig doppelt – erst für versteckte Aufschläge, später möglicherweise für Folgeschäden. Setze auf transparente Angebote, geprüfte Fachbetriebe und lasse dir jeden Posten schriftlich bestätigen.
Was kostet eine Standard-Rohrreinigung?
Die Frage Was kostet eine Rohrreinigung? lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten – jeder Einsatz ist anders. Seriöse Betriebe zerlegen den Preis jedoch in nachvollziehbare Posten. Der Basiseinsatz (Anfahrt plus 30 Minuten Arbeit) liegt bei 110 bis 160 Euro. Mehraufwand je weitere 15 Minuten kostet 25 bis 35 Euro, Maschineneinsatz wie Hochdruck oder Kamera 40 bis 80 Euro. Zuschläge für Nacht, Wochenende oder Feiertag addieren 25 bis 50 Prozent.
Der Basiseinsatz deckt die Anfahrt und die erste halbe Stunde Arbeit ab. In dieser Zeit lassen sich viele leichte Verstopfungen im Siphon oder in den ersten Metern der Leitung bereits beheben. Dauert die Arbeit länger, wird der Mehraufwand im 15-Minuten-Takt berechnet. Der Maschineneinsatz umfasst Geräte wie Hochdruckspülung oder Rohrkamera – diese sind oft nicht im Basiseinsatz enthalten und schlagen als Zusatzposten zu Buche. Eine reine Kamerainspektion zur Diagnose kostet bei manchen Anbietern 150 bis 240 Euro.
Der VDRK (Verband Deutscher Rohr- und Kanal-Technik) nennt als ortsüblichen Rahmen 9,50 bis 17,50 Euro pro Meter oder 90 bis 160 Euro pro Stunde. Stiftung Warentest zitiert den VDRK-Geschäftsführer Ralph Sluke mit der Aussage: Eine unkomplizierte Rohrreinigung kostet meist etwa 100 bis 200 Euro. In der Praxis bedeutet das: Die meisten Privathaushalte zahlen zwischen 150 und 300 Euro für eine Standardverstopfung ohne gravierende Rohrschäden. Über 80 Prozent der Einsätze bleiben unter 350 Euro.
Wichtig zu wissen: Die genannten Werte sind Richtwerte. In Ballungsräumen können die Preise günstiger sein als in entlegenen Regionen, weil die Anfahrtskosten geringer ausfallen. Seriöse Anbieter nennen am Telefon einen verbindlichen Rahmen oder einen Festpreis – und bestätigen ihn auf Wunsch schriftlich per E-Mail.
Hauptfaktoren, die den Preis bestimmen
Die Endrechnung hängt von mehreren Faktoren ab. Wer diese kennt, kann Angebote besser einschätzen und unnötige Kosten vermeiden.
Art der Verstopfung
Ein Fett- oder Haarpfropf im Siphon lässt sich oft mit Saugglocke oder kurzer Spirale in wenigen Minuten lösen – der Aufwand ist gering. Anders bei einer tiefen Blockade oder einem Fremdkörper: Hier sind längere Spiralen, Hochdruckspülung oder ein Fräskopf nötig. Feuchttücher und Hygieneartikel verkeilen sich oft mehrere Meter tief im Rohr und erfordern spezielles Werkzeug und mehr Zeit. Je hartnäckiger die Verstopfung, desto höher die Kosten.
Zugänglichkeit der Leitung
Ein freiliegender Küchensiphon lässt sich in Minuten öffnen und reinigen. Sitzt die Blockade im Fallrohr hinter Wand oder Decke, kann eine Revisionsöffnung nötig sein – das treibt den Zeitbedarf und damit den Preis. In Mehrfamilienhäusern mit langen Leitungswegen ist der Zugang oft aufwendiger als in Einfamilienhäusern.
Technikeinsatz
Die Grundausstattung – Hand- oder Motorspirale – ist bei vielen Betrieben im Startpreis enthalten. Eine Rohrkamera oder ein Hochdruckgerät schlägt dagegen als Zusatzposten zu Buche. Die Kamerabefahrung dient der Diagnose und Dokumentation; sie ist sinnvoll bei wiederkehrenden Problemen oder Streit um die Ursache. Wer nur eine einfache Verstopfung hat, braucht sie meist nicht.
Servicezeit und Anfahrt
Nachts, am Wochenende oder an Feiertagen gelten Notdienstzuschläge. Seriöse Anbieter berechnen typischerweise 25 bis 50 Prozent Aufschlag – extreme Aufschläge deuten auf Abzocke hin. Lange Anfahrten erhöhen den Grundpreis; in Ballungsräumen ist die Rohrreinigung oft günstiger als in entlegenen Regionen. Mehr dazu, wann sich ein Notdienst lohnt und wann du bis zum nächsten Werktag warten kannst, findest du im Artikel Rohrreinigung Notdienst – Kosten und wann sinnvoll.
Warum Dumpingpreise selten echte Schnäppchen sind
Anzeigen wie Rohrreinigung ab 29 Euro oder 59 Euro Festpreis funktionieren als Lockvogel. Vor Ort zeigt sich schnell, dass der beworbene Betrag nur den Türöffner darstellt. Stiftung Warentest und der VDRK warnen seit Jahren vor dieser Masche. Dokumentierte Fälle zeigen Rechnungen von 1.000 bis 4.000 Euro für wenige Stunden Arbeit – während eine normale Rohrreinigung 100 bis 200 Euro kostet. Der VDRK-Geschäftsführer Ralph Sluke: Sogar 4.000 Euro für eine Stunde kommen vor. Da rollt eine gigantische Betrugswelle.
Typische Tricks: Erstens werden Aufpreislisten für jedes Werkzeug präsentiert. Schon die einfache 9-Millimeter-Spirale wird als Spezialgerät berechnet; Hochdruckpumpe, Rückfahrkamera, Dichtheitsprüfung – jede Position kostet extra. Zweitens die Minutenfalle: Der Monteur löst die Blockade erst nach der Basiszeit und rechnet ab der 31. Minute im 15-Minuten-Takt ab. Aus 29 Euro werden so schnell 250 Euro. Drittens Anfahrtspauschalen im Kleingedruckten: Kilometerzuschläge oder Bereitstellungsgebühr treiben den Preis hoch – besonders im ländlichen Raum. Viertens Verkaufsdruck: Nach der Reinigung werden angebliche Schäden präsentiert (Rohr korrodiert – wir müssen sofort sanieren). Wer unterschreibt, zahlt plötzlich vierstellige Summen.
Warnsignale für unseriöse Anbieter: 0800- oder 0180-Nummern ohne Ortsangabe, Keine Anfahrt oder Nur 49 Euro in der Werbung, keine Preise am Telefon, Druck zur Barzahlung. Seriöse Betriebe bieten Überweisung oder EC-Karte an und liefern eine ordentliche Rechnung. Wer mehr über Abzocke und Kostenfallen erfahren will, findet Details im Artikel Rohrreinigung Kostenfallen – wie du nicht übervorteilt wirst.
Checkliste für einen seriösen Rohrreinigungsdienst
Bevor du einen Rohrreinigungsdienst beauftragst, lohnt es sich, die folgenden Punkte zu prüfen. Achte auf einen transparenten Kostenvoranschlag mit Pauschale für Anfahrt, klar definierten Stundensätzen, Geräteaufschlägen und Zuschlägen – das verhindert Mehrkosten vor Ort. Der Nacht- und Feiertagszuschlag sollte maximal 50 Prozent betragen; extreme Aufschläge deuten auf Abzocke hin. Prüfe Gewerbeanmeldung, Haftpflicht und gegebenenfalls DWA- oder IHK-Zertifikat – der Betrieb haftet für eventuelle Folgeschäden. Mindestens 4 Sterne in mehreren Bewertungsportalen und authentische Kundenstimmen zeigen hohe Kundenzufriedenheit. Eine Garantie von mindestens 3 Monaten auf die gereinigte Leitung zeigt Vertrauen in die eigene Arbeit.
Der wichtigste Tipp: Telefonisch immer einen Fixpreis für Anfahrt plus die erste halbe Stunde vereinbaren und sich diesen per E-Mail bestätigen lassen. So hast du einen Nachweis, falls vor Ort plötzlich höhere Beträge verlangt werden. Seriöse Betriebe haben damit kein Problem. Die VDRK-Mitgliedersuche unter vdrk.de hilft, geprüfte Fachbetriebe in deiner Nähe zu finden – die obersten Google-Ergebnisse bei Rohrreinigung Notdienst sind oft bezahlte Anzeigen, auch von unseriösen Anbietern. Mehr dazu, worauf du bei einem Rohrreinigung Angebot achten solltest, findest du in unserem Ratgeber.
Fazit – Qualität spart auf lange Sicht Geld
Eine professionelle Rohrreinigung kostet – je nach Aufwand – realistisch 150 bis 300 Euro. Wer sich von Dumpingpreisen locken lässt, zahlt häufig doppelt: erst für die versteckten Aufschläge, später möglicherweise für Folgeschäden durch unsaubere Arbeit. Setze daher auf transparente Angebote, geprüfte Fachbetriebe und lasse dir jeden Posten schriftlich bestätigen. So bleibt der Abfluss frei und die Rechnung überschaubar.
Für den vollständigen Überblick zu Kosten, Mietrecht, Versicherung und Abzocke-Vermeidung empfehlen wir den umfassenden Leitfaden zu Rohrreinigung Kosten. Wer in einer Mietwohnung wohnt und wissen will, ob Mieter oder Vermieter die Rechnung trägt, findet die Antwort im Artikel Rohrverstopfung Mietwohnung – wer zahlt?.

Autor
Thomas M.
Gelernter Installateur mit Schwerpunkt Rohrreinigung. Im Meisterfaktur-Blog teile ich, was ich in der Praxis gelernt habe: wie du Verstopfungen selbst löst, welche Kosten fair sind und woran du unseriöse Anbieter erkennst. Der Fachshop für Spiralen und Rohrpumpen – ehrlicher Rat statt Werbeguide.
