Verstopfung durch Fett – Küche: So löst du den Fettpfropf ohne Chemie
Thomas M.2026-02-1511 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Eine Verstopfung durch Fett in der Küche entsteht, wenn Fett beim Abkühlen in den Rohren verhärtet und sich als klebrige Schicht an den Rohrwänden ablagert. Die richtige Reihenfolge lautet: Erst heißes Wasser mit Spülmittel – Fett reagiert besonders gut auf Wärme – dann Natron und Essig, danach Pömpel, schließlich Rohrreinigungsspirale mit Spiralkorb oder Siphon reinigen. Chemische Rohrreiniger sind bei Fett oft wirkungslos und schaden Dichtungen sowie Umwelt – mechanisch reinigen ist schneller und schonender. Wer vorbeugt – Fett niemals in den Abfluss, Abflusssieb verwenden, regelmäßig heißes Wasser durchlaufen lassen – reduziert das Risiko deutlich. Der umfassende Überblick steht im Leitfaden Rohrreinigung.

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Angebot ansehenWarum verstopft Fett den Küchenabfluss?
Fett ist einer der häufigsten Verursacher von Verstopfungen in der Küche. Wenn du heißes Öl oder Bratfett aus Pfannen und Töpfen in den Abfluss gießt, ist es zunächst flüssig – aber sobald es im kalten Rohr abkühlt, verhärtet es sich und klebt an den Rohrwänden fest. Das passiert auch, wenn du denkst, ein wenig Öl mit Spülmittel wegzuspülen: Das meiste Fett bleibt haften. Über Monate und Jahre wächst die Schicht, der Durchlass wird enger, bis das Wasser nur noch tröpfelnd abläuft oder gar nicht mehr.
Das Problem verschärft sich, weil Fett weitere Ablagerungen anzieht. Essensreste wie Reis, Nudeln oder Gemüsereste verfangen sich in der klebrigen Fettschicht. Seifenreste und Kalk aus hartem Wasser lagern sich darüber ab. Aus einer dünnen Fettschicht wird ein dicker Pfropf. Geringe Wasserzufuhr und seltenes Durchspülen verschärfen das Problem. Typische Quellen sind Öl aus der Salatpfanne, Bratfett vom Fleisch, fetthaltige Soßen, Milchreste und Kaffeesahne. Die häufigsten Ursachen für verstopfte Abflüsse – Fett, Essensreste, Kaffeesatz – treffen in der Küche alle zu, wobei Fett oft die dominierende Ursache ist.
Die richtige Reihenfolge: Von sanft zu kräftig
Es ist verlockend, sofort zur Spirale oder gar zum chemischen Rohrreiniger zu greifen. Besser ist eine gestufte Vorgehensweise: Erst die sanften Methoden, dann die mechanischeren. Bei Fettverstopfung ist die Reihenfolge besonders wichtig, weil Fett auf Wärme reagiert. Heißes Wasser weicht Fett auf – und das erleichtert jede nachfolgende Methode.
Die Eskalationsstufen lauten: Heißes Wasser mit Spülmittel zuerst, dann Natron und Essig, dann Pömpel, dann Rohrreinigungsspirale mit Spiralkorb, schließlich Siphon demontieren. Spülmittel emulgiert Fett – es ummantelt Fettpartikel und macht sie wasserlöslich. Zusammen mit heißem Wasser ist das oft der schnellste Weg bei beginnender Verstopfung. Natron und Essig erzeugen eine Kohlensäure-Reaktion, die Ablagerungen lockert. Der Pömpel erzeugt Druck und Sog und kann Fettpfropfen lockern, die noch nicht vollständig verhärtet sind. Die Spirale kommt zum Einsatz, wenn die Verstopfung tiefer sitzt und Hausmittel sowie Pömpel nicht ausreichen. Chemische Rohrreiniger haben in dieser Reihenfolge keinen Platz – sie sind bei tiefsitzendem Fett oft wirkungslos und schaden Dichtungen und Umwelt.
Hausmittel: Spülmittel, Natron, Essig & heißes Wasser
Heißes Wasser mit Spülmittel – bei Fett die erste Wahl
Bei Fettverstopfung ist die Kombination aus Spülmittel und heißem Wasser oft die effektivste erste Maßnahme. Spülmittel ist darauf ausgelegt, Fett zu emulgieren – es bricht die Fettmoleküle auf und macht sie wasserlöslich. Gib zwei bis drei Spritzer Spülmittel in den Abfluss, lasse kurz heißes Wasser laufen, damit es sich verteilt, und gieße dann etwa einen Liter kochendes Wasser langsam nach. Das heiße Wasser weicht das Fett zusätzlich auf und spült die gelösten Partikel fort. Zehn Minuten einwirken lassen, dann mit weiterem heißem Wasser nachspülen. Bei leichten bis mittleren Fettablagerungen reicht diese Methode oft aus.
Bei PVC-Rohren solltest du kochendes Wasser vorsichtig einsetzen. Sehr heißes Wasser von 60 bis 80 Grad reicht in der Regel aus und schont die Rohre. Bei alten oder dünnwandigen Leitungen kann kochendes Wasser Schäden verursachen. Wenn du unsicher bist, nutze sehr heißes Wasser aus dem Hahn – es wirkt ebenfalls, braucht aber möglicherweise etwas länger.
Natron und Essig
Die klassische Kombination erzeugt eine chemische Reaktion: Kohlendioxid entsteht, das sprudelt und Ablagerungen lockert. Gib etwa vier Esslöffel Natron in den Abfluss, gieße sofort eine halbe Tasse Essig nach. Reines Natron wirkt besser als Backpulver, da Backpulver Stärke und Säuerungsmittel enthält – diese Zusätze schwächen die Wirkung bei der Rohrreinigung. Decke den Abfluss mit einem feuchten Lappen ab, damit die Reaktion im Rohr bleibt und nicht nach oben spritzt. Nach 15 bis 30 Minuten, wenn das Sprudeln nachlässt, mit mindestens zwei Litern heißem Wasser nachspülen. Die Mischung löst Fettablagerungen und lockert den Biofilm. Bei hartnäckigem Fettpfropf reicht sie allein oft nicht – dann kommt die Spirale zum Einsatz. Mehr zu Hausmitteln gegen verstopfte Rohre und ihrer Anwendung.
Pömpel bei Fettverstopfung
Wenn Hausmittel nicht ausreichen, kommt der Pömpel zum Einsatz. Er erzeugt abwechselnd Über- und Unterdruck, der Fettpfropfen lockern kann. Bei der Küchenspüle musst du den Überlauf abdichten – sonst entweicht der Druck und die Wirkung verpufft. Lege ein feuchtes Tuch über den Überlauf und drücke es fest an.
Fülle das Spülbecken mit genügend Wasser, sodass der Gummibereich der Saugglocke vollständig bedeckt ist. Setze den Pömpel mittig auf den Abfluss und drücke ihn fest nach unten. Bewege die Saugglocke zügig auf und ab – zehn bis fünfzehn kräftige Hübe reichen. Wiederhole den Vorgang zwei bis drei Mal. Der Druckstoß kann Fettpfropfen lockern, die noch nicht vollständig verhärtet sind. Wenn der Pömpel nicht hilft, sitzt der Pfropf zu fest oder zu tief – dann kommt die Spirale zum Einsatz.
Rohrreinigungsspirale für Fettverstopfung
Die richtige Spirale wählen – Spiralkorb, nicht Kralle
Für Fett und Essensreste eignet sich eine Spirale mit Spiralkorb – nicht die Kralle. Die Kralle ist für Haare im Bad gedacht; sie greift Haare und zieht sie heraus. Der Spiralkorb hingegen wickelt weiche Ablagerungen wie Fett und Essensreste auf und zieht sie mit. Eine Länge von fünf bis 7,5 Metern reicht in der Regel; Küchenverstopfungen sitzen meist im Siphon oder kurz dahinter. Edelstahl ist pflegeleichter als Federstahl, da es nicht rostet. Mehr zur Rohrreinigungsspirale Kaufberatung und den passenden Modellen für Küche und Bad.
Vorher heißes Wasser – entscheidend bei Fett
Bevor du die Spirale einsetzt, gieße zwei bis drei Liter heißes Wasser in den Abfluss. Das weicht Fett an und macht die anschließende Spiralarbeit deutlich einfacher. Hartes, kaltes Fett ist schwer zu durchdringen – die Spirale kann verkanten oder abrutschen. Zehn Minuten einwirken lassen, dann spiralen. Dieser Schritt ist bei Fettverstopfung besonders wichtig.
Schritt-für-Schritt
Führe die Spitze langsam in den Abfluss ein, bis du leichten Widerstand spürst. Drücke nicht mit Gewalt – die Spirale soll sich selbst durch das Rohr arbeiten. Drehe die Kurbel im Uhrzeigersinn und übe nur geringen Vorschubdruck aus. Fett und Essensreste wickeln sich in den Spiralkorb ein. Gegen den Uhrzeigersinn zu drehen lockert die Spirale und kann die Spitze verkanten – halte dich strikt an die Drehrichtung. Weiter im Uhrzeigersinn rotieren, während du die Spirale zurückholst. Fett und Essensreste kommen mit heraus. Ein Liter heißes Wasser entfernt letzte Reste und spült den Ablauf frei. Mit Gewalt zu drücken ist ein häufiger Fehler – die Spirale arbeitet durch Rotation, sie braucht keinen hohen Anpressdruck.
Siphon reinigen – wenn Fett im Siphon sitzt
In vielen Fällen sitzt die Fettverstopfung im Siphon – dem U-förmigen Rohr unter der Spüle. Dort sammeln sich Fett und Essensreste zuerst, weil der Siphon die erste Engstelle ist. Du kannst den Siphon demontieren und direkt reinigen. Stelle einen Eimer unter den Siphon, löse die Überwurfmutter mit der Rohrzange oder von Hand und ziehe den Bogen ab. Reinige die Innenseite mit einer Bürste und Spülmittel in einem Eimer mit heißem Wasser. Prüfe die Dichtungen und ersetze sie bei Beschädigung. Setze den Siphon wieder ein und ziehe die Muttern fest. Alternativ kannst du eine Spirale durch das Sieb führen – sie erreicht den Pfropf ohne Demontage. Eine detaillierte Anleitung zum Siphon reinigen mit Spirale findest du in unserem Ratgeber.
Finger weg von chemischen Rohrreinigern
Chemische Granulate oder Gele aus dem Supermarkt bestehen meist aus stark alkalischen Laugen – Natrium- oder Kaliumhydroxid in hoher Konzentration. Sie sollen organisches Material wie Fett auflösen. Das klingt praktisch, hat aber gravierende Nachteile bei Fettverstopfung. Bei tiefsitzendem Fettpfropf sind chemische Reiniger oft wirkungslos – die Lauge erreicht den Pfropf nicht oder reagiert nicht ausreichend. Zudem greifen die Substanzen Dichtungen, Chromoberflächen und Kunststoffteile an. Die DIN 1986-100 empfiehlt für Verstopfungen vorrangig mechanische Verfahren. Mechanisch reinigen ist in der Praxis schneller, schonender und umweltfreundlicher. Wer die Risiken chemischer Rohrreiniger kennt, greift seltener zur Flasche.
Vorbeugung: Fett nicht in den Abfluss
Vorbeugen ist besser als Reinigen. Die wichtigste Regel: Fett und Öl niemals in den Abfluss gießen – auch nicht, wenn es noch heiß ist. Verbraucherzentrale und ÖKO-TEST empfehlen: Fondue- oder Bratenfett in einem hitzebeständigen Behälter sammeln, erkaltet in den Restmüll geben. Bei kleineren Mengen Pfannen und Teller mit Küchenpapier abwischen, bevor du sie abspülst. Ein Abflusssieb hält Essensreste und Fettklümpchen zurück. Lasse einmal pro Woche heißes Wasser für zwei bis drei Minuten durch den Abfluss laufen – das spült leichte Fettablagerungen weg. Mehr zur Vorbeugung von Fett in Rohren findest du in unseren Ratgebern.
Wann den Klempner rufen?
Bleibt das Wasser trotz Hausmitteln, Pömpel und Spirale stehen oder kommt es in mehreren Räumen gleichzeitig zum Rückstau, steckt der Pfropf tiefer im Fallstrang. Dann reichen DIY-Methoden nicht mehr aus. Auch bei wiederkehrender Fettverstopfung mehr als zweimal pro Monat ist der Profi die richtige Wahl. Ein starkes Gluckern deutet auf ein Problem im Fallstrang hin. Profis arbeiten mit Kamera und Hochdruckfräse – sie lokalisieren die Blockade genau und beseitigen sie ohne Rohrschäden. Ein Anruf spart in solchen Fällen Zeit, schützt Leitungen und verhindert Wasserschäden. Mehr dazu in unserem Ratgeber Rohrreinigung DIY oder Profi und Wann Klempner rufen.

Autor
Thomas M.
Gelernter Installateur mit Schwerpunkt Rohrreinigung. Im Meisterfaktur-Blog teile ich, was ich in der Praxis gelernt habe: wie du Verstopfungen selbst löst, welche Kosten fair sind und woran du unseriöse Anbieter erkennst. Der Fachshop für Spiralen und Rohrpumpen – ehrlicher Rat statt Werbeguide.
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