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Rohrreinigung Notdienst – Kosten und wann sinnvoll

Thomas M.2026-02-1811 Min. Lesezeit
Rohrreinigung Notdienst – Kosten und wann sinnvoll

Eine verstopfte Toilette mitten in der Nacht oder ein überlaufendes Spülbecken am Sonntag – in solchen Momenten stellt sich die Frage: Rohrreinigung Notdienst rufen oder bis morgen warten? Der Notdienst kostet mehr, weil Nacht-, Wochenend- und Feiertagszuschläge addiert werden. Aber wann lohnt sich der teure Einsatz wirklich, und wann kannst du Geld sparen, indem du bis zum nächsten Werktag wartest? Dieser Artikel erklärt die Rohrreinigung Notdienst Kosten, gibt dir eine klare Entscheidungshilfe und zeigt, wie du Abzocke vermeidest.

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Kurz gesagt

Ein Rohrreinigung Notdienst kostet typischerweise 250 bis 500 Euro für eine einfache Verstopfung in Küche, Bad oder WC – mit Zuschlägen für Nacht, Wochenende oder Feiertage. Seriöse Anbieter berechnen 25 bis 50 Prozent Aufschlag auf den Grundpreis; manche verlangen bis 100 Prozent. Ein echter Notfall liegt vor, wenn Wasser austritt, Rückstau droht, der Geschäftsbetrieb stillsteht oder die einzige Toilette verstopft ist und die Morgenroutine gefährdet wäre. Ein langsam ablaufendes Waschbecken rechtfertigt in der Regel keinen Notdienst – hier kannst du oft bis zum nächsten Werktag warten und 100 bis 250 Euro sparen. Stiftung Warentest und der VDRK warnen vor einer gigantischen Betrugswelle bei unseriösen Notdiensten: Nutze die VDRK-Mitgliedersuche unter vdrk.de statt Google und lasse dir einen Festpreis per E-Mail bestätigen.

Was kostet ein Rohrreinigung Notdienst?

Die Basis für die Kosten eines Rohrreinigung Notdienstes bildet der reguläre Preis für eine Rohrreinigung. Seriöse Fachbetriebe verlangen für einen Basiseinsatz (Anfahrt plus 30 Minuten Arbeit) typischerweise 110 bis 160 Euro. Mehraufwand je weitere 15 Minuten liegt bei 25 bis 35 Euro, Maschineneinsatz wie Hochdruck oder Kamera bei 40 bis 80 Euro. Diese Werte findest du ausführlich im Artikel Was kostet eine Rohrreinigung – echte Richtwerte.

Auf diesen Grundpreis kommen die Zuschläge für den Notdienst. Seriöse Anbieter berechnen für Nacht (22–6 Uhr), Wochenende oder Feiertage typischerweise 25 bis 50 Prozent Aufschlag. Manche Betriebe verlangen 100 Prozent Zuschlag – etwa Sonntag ganztägig oder Samstag ab 17 Uhr. Orientierung für typische Kostenspannen: Eine einfache WC-Verstopfung kostet regulär 150 bis 200 Euro, mit Notdienstzuschlag 250 bis 450 Euro. Küche oder Restaurant mit Rückstau: regulär 250 bis 350 Euro, mit Notdienst 500 bis 700 Euro. Keller mit Überschwemmungsgefahr: regulär 400 bis 600 Euro, mit Notdienst 800 bis 1.200 Euro.

Konkrete Beispiele aus der Praxis: Eine WC-Verstopfung am Sonntag kann mit Montagepauschale, Notdienstzuschlag (100 Prozent auf den Meterpreis), Reinigung mit Spirale (5 Meter) und Servicefahrzeug auf etwa 410 Euro (exkl. MwSt) kommen. Ein Rückstau im Restaurant am Samstagabend mit Kamerabefahrung und Reinigung liegt bei rund 660 Euro. Ein komplexer Keller-Einsatz mit Ortung, Spülwagen und 15 Metern Hauptleitung kann 1.090 Euro und mehr kosten. Die genauen Kosten hängen von der Art der Verstopfung, der Zugänglichkeit der Leitung, dem benötigten Gerät und der Dauer des Einsatzes ab.

Wichtig zu wissen: Die genannten Werte sind Richtwerte. In Ballungsräumen können die Preise günstiger sein als in entlegenen Regionen, weil die Anfahrtskosten geringer ausfallen. Seriöse Anbieter nennen am Telefon einen verbindlichen Rahmen oder einen Festpreis – und bestätigen ihn auf Wunsch schriftlich per E-Mail. Extreme Aufschläge von 100 Prozent und mehr deuten auf Abzocke hin. Stiftung Warentest und der VDRK warnen: Rechnungen von 1.000 bis 4.000 Euro für Standardarbeiten kommen vor – der VDRK-Geschäftsführer Ralph Sluke spricht von einer gigantischen Betrugswelle.

Wann ist ein Notdienst wirklich sinnvoll?

Nicht jede Verstopfung rechtfertigt einen teuren Notdienst. Die Entscheidung hängt davon ab, ob die Situation einen Aufschub duldet oder nicht. Der VDRK rät explizit, sich zu fragen: Kann das Problem bis morgen warten? In vielen Fällen lautet die Antwort ja.

Echte Notfälle – sofort handeln

Ein Notdienst ist erforderlich, wenn die Situation keinen Aufschub duldet. Erstens: Überlauf und Wasseraustritt. Wenn die Toilette überläuft oder Wasser aus dem Abfluss auf den Boden tritt, drohen Folgeschäden an Möbeln, Decken oder Wänden. Jede Minute kann den Schaden vergrößern. Zweitens: Rückstau und Überschwemmungsgefahr. Wenn Abwasser von unten drückt – etwa im Keller oder in mehreren Abflüssen gleichzeitig –, droht eine Überschwemmung. Heizungsanlage, elektrische Leitungen und gelagerte Gegenstände können gefährdet sein. Drittens: Geschäftsbetrieb stillgelegt. Wenn ein Restaurant, eine Praxis oder ein anderer Betrieb wegen der Verstopfung nicht weiterarbeiten kann, entstehen Umsatzausfälle und Reputationsschaden. Viertens: Einzige Toilette und Morgenroutine gefährdet. Wenn du in einem Einfamilienhaus nur eine Toilette hast und Schule oder Arbeit am nächsten Morgen anstehen, ist die schnelle Behebung sinnvoll. Im Zweifelsfall gilt: Es handelt sich um einen Notfall. Mehr zur Entscheidungshilfe findest du im Artikel Rohrreinigung Notdienst – wann rufen?.

Kein Notfall – warten spart Geld

In vielen Fällen kannst du bis zum nächsten Werktag warten und die Zuschläge sparen. Erstens: Langsam ablaufendes Waschbecken. Wenn das Wasser nur zögerlich abläuft, aber nicht auf dem Boden steht, ist die Dringlichkeit gering. Zweitens: Leichte Verstopfung, mehrere Abflüsse nutzbar. Wenn du eine zweite Toilette oder ein zweites Bad hast, kannst du die Nutzung einschränken und am nächsten Morgen einen regulären Termin vereinbaren. Drittens: Kein Wasser austritt, keine Schadensgefahr. Solange kein Wasser auf den Boden läuft und keine Überschwemmung droht, ist Geduld oft die bessere Wahl. Die Ersparnis bei einem regulären Termin kann 100 bis 250 Euro und mehr betragen.

Notdienst vs. regulärer Termin – was du sparst

Der Unterschied zwischen einem Notdienst und einem regulären Termin am nächsten Werktag kann beträchtlich sein. Für eine WC-Verstopfung am Sonntag zahlst du mit Notdienstzuschlag typischerweise 250 bis 450 Euro – in manchen Fällen sogar über 400 Euro. Für die gleiche Verstopfung am Montag während der regulären Geschäftszeiten liegen die Kosten bei 150 bis 200 Euro. Die Ersparnis durch Warten beträgt also oft 100 bis 250 Euro und mehr.

Das gilt natürlich nur, wenn die Situation das Warten erlaubt. Bei Überlauf, Rückstau oder Geschäftsbetrieb stillgelegt musst du sofort handeln. Aber bei langsamer Verstopfung ohne Wasseraustritt lohnt sich die Frage: Kann ich bis morgen warten? Wer die Nutzung einschränken kann – etwa eine zweite Toilette nutzt oder das Waschbecken vorübergehend meidet –, spart oft einen dreistelligen Betrag. Die Nacht- und Wochenendzuschläge können die Kosten verdoppeln – bei nicht dringenden Fällen ist das Warten die sinnvollere Option.

Abzocke beim Notdienst vermeiden

Stiftung Warentest und der VDRK warnen seit Jahren vor massiver Abzocke durch Rohrreinigungsfirmen im Notfalleinsatz. Dokumentierte Fälle zeigen Rechnungen von 1.000 bis 4.000 Euro für wenige Stunden Arbeit – während eine normale Rohrreinigung 100 bis 200 Euro kostet. Der VDRK-Geschäftsführer Ralph Sluke: Sogar 4.000 Euro für eine Stunde kommen vor. Da rollt eine gigantische Betrugswelle.

Typische Warnsignale: Erstens 0800- oder 0180-Nummern ohne Ortsangabe. Betrüger nutzen Vermittlungszentralen, die Anrufe weiterleiten und hohe Provisionen kassieren – die tatsächliche Firma sitzt oft hunderte Kilometer entfernt. Zweitens Keine Anfahrt oder Nur 49 Euro in der Werbung. Laut Sluke sind das fast sichere Zeichen für Betrug. Seriöse Anbieter nennen transparente Preise am Telefon. Drittens keine Preise am Telefon. Wer keine verbindliche Preisangabe macht, will vor Ort verhandeln – und das oft zu deinen Ungunsten. Viertens Druck zur Barzahlung. Seriöse Betriebe bieten Überweisung oder EC-Karte an und liefern eine ordentliche Rechnung.

Der wichtigste Rat: Nicht bei Google oder im Branchenbuch suchen. Dort stehen die Betrüger oft weit vorn – oft mit einer Ortsvorwahl, obwohl sie dann für weite Anfahrten kassieren. Nutze stattdessen die VDRK-Mitgliedersuche unter vdrk.de. Dort findest du geprüfte Fachbetriebe in deiner Nähe. Vereinbare telefonisch einen Fixpreis für Anfahrt plus die erste halbe Stunde und lasse dir diesen per E-Mail bestätigen. So hast du einen Nachweis, falls vor Ort plötzlich höhere Beträge verlangt werden. Seriöse Betriebe haben damit kein Problem. Mehr zu typischen Kostenfallen und wie du sie vermeidest, findest du im Artikel Rohrreinigung Kostenfallen – wie du nicht übervorteilt wirst.

Selbst versuchen oder Notdienst rufen?

Bei leichten Verstopfungen eines einzelnen Abflusses lohnt es sich, zunächst selbst zu versuchen. Eine Saugglocke (Pömpel) kann oft Pfropfen aus Haaren oder Papier lockern. Heißes Wasser oder eine Mischung aus Natron und Essig wirken bei Fett- und Kalkablagerungen. Chemische Rohrreiniger solltest du vermeiden – sie können Rohre und Dichtungen beschädigen und schaden der Umwelt. Mehr zu Hausmitteln gegen verstopfte Rohre und ihrer richtigen Anwendung findest du in unserem Ratgeber.

Wenn Pömpel und Hausmittel nicht ausreichen, kann eine Rohrreinigungsspirale helfen – sie erreicht Verstopfungen in mehreren Metern Tiefe. Bei Rückstau, mehreren betroffenen Abflüssen oder wiederholten Verstopfungen ist der Fachbetrieb die richtige Wahl. Bei Rückstau hilft die Spirale nicht, weil das Wasser von außen drückt – hier musst du sofort den Notdienst rufen. Die Grenze ist fließend: Wenn du unsicher bist, ob Wasser in Wände oder zu Nachbarn zieht, lieber den Notdienst kontaktieren. Aber bei klarer langsamer Verstopfung ohne Überlauf ist Geduld oft die bessere Wahl.

Wer zahlt die Notdienst-Rohrreinigung?

In Deutschland hängt die Kostenübernahme für eine Notdienst-Rohrreinigung von der Ursache und dem Verursacher ab. Bei einer Mietwohnung ist der Vermieter grundsätzlich für die Instandhaltung der Leitungen bis zum Übergabepunkt zuständig. Wenn die Verstopfung jedoch durch unsachgemäßen Gebrauch des Mieters verursacht wurde – etwa durch Fremdkörper, Feuchttücher oder Essensreste im Abfluss –, muss der Mieter die Kosten übernehmen.

Bei Gefahr im Verzug darfst du den Notdienst auch ohne vorherige Rücksprache mit dem Vermieter beauftragen. Dokumentiere die Situation mit Fotos und Uhrzeit, bewahre Rechnungen auf und fordere die Kosten später vom Vermieter zurück. Bei selbstgenutztem Eigentum trägt der Eigentümer die Kosten. Viele Versicherungen – Hausrat oder Gebäude – können solche Schäden abdecken; es lohnt sich, bei der eigenen Versicherung nachzufragen. Die vollständige rechtliche Einordnung findest du im Artikel Rohrverstopfung in Mietwohnungen – wer zahlt?.

Fazit – Notdienst nur wenn nötig

Ein Rohrreinigung Notdienst ist teuer, aber bei echten Notfällen unverzichtbar. Wenn Wasser austritt, Rückstau droht oder der Geschäftsbetrieb stillsteht, musst du sofort handeln. In vielen anderen Fällen kannst du bis zum nächsten Werktag warten und 100 bis 250 Euro und mehr sparen. Der VDRK rät explizit, sich zu fragen: Kann das Problem bis morgen warten? In vielen Fällen lautet die Antwort ja.

Setze auf seriöse Anbieter – nutze die VDRK-Mitgliedersuche unter vdrk.de statt Google. Vereinbare einen Festpreis und lasse ihn per E-Mail bestätigen. So vermeidest du Abzocke und hast einen Nachweis, falls vor Ort plötzlich höhere Beträge verlangt werden. Für den vollständigen Überblick zu Kosten, Mietrecht, Versicherung und Abzocke-Vermeidung empfehlen wir den umfassenden Leitfaden zu Rohrreinigung Kosten. Wer wissen will, was eine reguläre Rohrreinigung kostet und wie du die Preise einschätzt, findet die Antwort im Artikel Was kostet eine Rohrreinigung – echte Richtwerte.

Thomas M.

Autor

Thomas M.

Gelernter Installateur mit Schwerpunkt Rohrreinigung. Im Meisterfaktur-Blog teile ich, was ich in der Praxis gelernt habe: wie du Verstopfungen selbst löst, welche Kosten fair sind und woran du unseriöse Anbieter erkennst. Der Fachshop für Spiralen und Rohrpumpen – ehrlicher Rat statt Werbeguide.

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